Begriffe aus der Matchbox-Sammlerwelt


Zustandsangaben

werden in aller Regel nach dem u.a. Schema vorgenommen (Auch hier gibt es unterschiedliche Bewertungssysteme). "Mint" bedeutet dabei neuwertiger Erhaltungsgrad (nach dem Zustand von Münzen: wie frisch geprägt, englisch: Mint = "Münzprägeanstalt").

10    -     perfekt, keinerlei Mängel, mint

9.5   -     minimalste Fehler vom Lagern (nur mit Lupe!), immer noch top, very near mint

9      -     ganz kleine Fehler, 2-3 kleine Lackstellen, Farbverlust max. 1%, near mint

8.5   -     kleine Lackplatzer, leicht angespielt, Farbverlust max. 5%.

8      -     leicht bespielt, Lackmängel an Kanten, Farbverlust max. 10%.

Schlechtere Modelle sind danach kaum mehr sammelwürdig. Auch die OVP (Originalverpackung) wird in aller Regel einer vergleichbaren Bewertung unterzogen.

MIB        Mint in Box

MIMB     Mint in Mint Box

 

Unterscheidungsmerkmale

Oft spielt für die "Seltenheit" eines Modells gerade die (dann seltene) Kombination der u.a. Unterscheidungsmerkmale eine wesentliche Rolle.

Farbe 

Neben den üblichen Angaben spielen auch "metallic"/nicht "metallic" und feine Unterschiede in Helligkeit und Sättigung der Farbe eine wichtige Rolle. 

Bewegliche Teile 

Türen, Motorhauben, Heckklappen, Aufbauten usw.

Bodenplatte (BPL)

farblich lackiert, silbern (lackiert) oder unlackiert 

Fenster / Scheiben

clear, amber, red, orange, green, blue, pink, ...

Räder-Typ (wheels)

Hier spielen sowohl die Radbreite als auch die Art der "Radkappe" eine Rolle: "Narrow" / "thin" (schmale) und "wide" (breite) Räder. Bei den schmalen Rädern unterscheidet man noch die an der Innenseite hohlen oder (anfänglich noch) ausgegossenen Superfast-Räder. Bei den Radkappen sind als die häufigsten die "5 spoke", "4 spoke" oder die "malteser cross" zu nennen. 

Aufkleber 

Sie unterscheiden sich teilweise in kleinen Details im Druckbild, wurden manchmal seitenverkehrt oder verschoben angebracht und oft wurden Aufkleber des einen Modells an anderen Modellen verwendet. Darüber hinaus gibt es grundsätzlich selten verwendete Exemplare wie den runden "Scorpion"-Aufkleber. In der Anfangszeit wurden oft auch noch kleine "Abzieh-Bilder" verwendet.

Interior 

Die Farbe der Inneneinrichtung spielt häufig eine herausragende Rolle. Verschiedenfarbige Inneneinrichtungen wurden für verschiedene Außenlackierungen verwendet. "Selten" sind dann diesbezügliche Verwechslungen.

Begriffe und Definitionen

Code 1 - Modelle:   original

Code 2 - Modelle:   mit Genehmigung von Matchbox umlackiert oder bedruckt

Code 3 - Modelle:   verändert ohne Einwilligung von Matchbox

Matchbox-Modelle sind in verschiedenen Größen produziert worden und nicht exakt maßstabgerecht. Die Maßstab-Angaben von Matchbox sind mit Vorsicht zu betrachten.

Fehler-Produktion:

Bei der Herstellung der Modelle sind natürlich auch mal Fehler unterlaufen, die zu Modellvarianten führten, wie sie so nicht in den Verkauf gelangen sollten. Z.B. wurde einige Male für den Baja Buggy (Nr. 13) das Innenteil des Beach Hopper (Nr. 47) verarbeitet, das - im Gegenteil zum Baja Buggy - nur zweisitzig ausgelegt war, von der Form her aber passte. Der zweisitzige Baja Buggy ist heute eine Seltenheit. Oder es wurden - womöglich auch ersatzweise - Aufkleber angebracht, die ursprünglich für andere Modelle vorgesehen waren. Manchmal wurden Label auch versetzt oder verkehrt herum aufgeklebt.

Transitionals:

Darunter versteht man "Übergangs-Modelle" aus der Zeit der ersten Superfast-Bodenplatten. In dieser Übergangsphase kamen nicht nur neue Modelle auf den Markt, sondern einige alte "Regular wheels"-Modelle wurden beibehalten - sie erhielten neue Farben und die zugehörigen Superfast-Räder. Bei manchen Modellen allerdings wurden auch Restbestände in der alten "Regular wheels"-Farbe schon mit neuen Superfast-Bodenplatten verbunden. Diese Transitionals-Modelle sind heute aufgrund ihrer Seltenheit teilweise sehr wertvoll.

Besondere Modell-Serien

Two Packs

Die Two-Packs gab es von 1975 bis in die 90iger Jahre. Bei diesen Mini-Giftsets wurden einfach 2 spieltechnisch zusammen passende Modelle in einer Packung angeboten. Die bekamen manchmal auch noch treffende Namen verpasst wie "Weekender" oder "Holiday Set". Später schienen auch jede Menge Militärmodelle und Trucks in der TP-Serie. Viele besondere Varianten und seltene Farben wurden extra für die Two-Pack Serie aufgelegt, so stammt zum Beispiel der seltene weiße Field Car aus einem Two-Pack!

USA Sondermodelle & Roman Numerals

Die "Roman Numerals" waren eine Serie von speziell für die USA aufgelegten Sondermodellen. Einige in den USA besonders gut laufende Modelle wurden, nachdem sie in der normalen Serie abgelöst waren, in veränderten Farben und neuen Namen nur für die USA neu aufgelegt. Da man auch diese Modelle irgendwie nummerieren musste und die normalen Serienummern nicht mehr zur Verfügung standen, behalf man sich hier mit römischen Zahlen, daher der Name "Roman Numerals". Diese Modelle gab es nur in Blisterpackungen und alle haben eine "Made in England by Lesney" Bodenplatte. Außerdem findet man hier die gesuchten US-Sondermodelle in den "normalen" Pappschachteln. Viele dieser Boxen sind heute recht schwer zu finden!

Brasilianische Modelle

Ab etwa 1970 gab es in Brasilien hergestellte Matchbox Modelle, die zum Teil in Farbe und Dekorierung deutlich von den englischen Modellen abwichen. Um die sehr hohen brasilianischen Einfuhrzölle zu umgehen, wurden die Modelle teilweise in Einzelteilen ( Rohkarossen, Bodenplatten, Einrichtungen ) nach Brasilien verschifft und dort von einer Partnerfirma in Manaus erst montiert. Viele Modelle waren zuvor in England sogar schon lackiert worden, aber die erst in Brasilien lackierten Modellen bescheren uns einige der seltensten Superfast-Varianten. Die Firma dort nahm es mit den Farbvorgaben nicht so genau und lackierte die Modelle mit den gerade verfügbaren Farben. Bei den in normalen Serienfarben lackierten Modellen ist eine Unterscheidung meist nur auf der Bodenplatte möglich, die Modelle wurden auf verschiedene Weise als "Made in Brazil" kenntlich gemacht. Anfangs waren es Papieraufkleber, später Plastikclips, die über die Zeile "Made in England" gedrückt wurden oder Gravierungen wie "ZF Manaus" über die originale "Made in England" Inschrift.

"Code Red" TV-Serie USA 1981

In den USA lief ab 1980 mit großem Erfolg eine Feuerwehr-Serie unter dem Titel "Code Red" im Fernsehen. Basierend auf Fahrzeugen aus dieser Serie brachte Matchbox 1981 eine kleine, aus 8 Modellen bestehende Serie passend zu dieser TV-Serie heraus. Dabei handelte es sich um zum Teil stark modifizierte ältere 1-75 Modelle mit teilweise neuen Karosserieformen und völlig neuen Farben. Anfangs gab es diese Modelle in einer eigenen, attraktiven Blisterpackung, später wurden einzelne Modelle der Serie auch in den US-Standardblisterpackungen angeboten.

Vorserienmodelle / Pre-productions

Vorserienmodelle sind jene meist sehr seltenen Stücke, die vor Aufnahme der Serienproduktion zu Testzwecken (Gussformpassgenauigkeit, Farbauswahl) hergestellt wurden. Bei fast allen Modellen sind noch Korrekturen nötig, nachdem die ersten Probestücke aus den neuen Gussformen kommen. Diese raren Modelle haben oft sehr interessante Unterschiede zu den späteren Serienmodellen, von den oftmals nie erschienenen Farbkombinationen ganz zu schweigen. Man darf nicht vergessen, dass es damals keine Rechner mit Grafikprogrammen gab, an denen man Farbkombinationen hätte ausprobieren können. Vorserienmodelle (englisch "Pre-productions") sind auf Grund ihrer nur sehr kleinen Anzahl in der Regel immer sehr teuer, es haben halt nur wenige überlebt.